Aus Projektarbeit wird Struktur: Neues Zentrum stärkt Transfer an der TUBAF

30.09.2026

Direktoren des TUBAF Innovation Centers
Dr. Stephan Meschke (Direktor Transfer und Schutzrechte) und Andre Uhlmann (Direktor Start-up) vom TUBAF Innovation CenterCrispin-I. Mokry

Wie lässt sich Transfer dauerhaft in der Hochschule verankern? An der TU Bergakademie Freiberg wird darauf jetzt eine neue Antwort sichtbar: Am 29. September 2026 eröffnete mit dem TUBAF Innovation Center eine zentrale Anlaufstelle für Forschende, Gründungsinteressierte und Unternehmen.

Unter dem Dach des Zentrums arbeiten künftig die Zentrale Transferstelle, Gründungsberatung und Schutzrechtsabteilung enger zusammen. Damit können unterschiedliche Wege von der Forschung in die Anwendung früher gemeinsam betrachtet und gezielter begleitet werden. Unternehmen erhalten zugleich einen zentralen Zugang zu wissenschaftlicher Expertise und Kooperationsmöglichkeiten an der TUBAF.

Ein wichtiges Ergebnis aus 4transfer

Für 4transfer ist die Gründung des Zentrums ein besonderer Meilenstein. Denn die neue Struktur ist auch Ergebnis einer Entwicklung, die durch die Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ und die Arbeit im Verbund entscheidend vorangebracht werden konnte.

Genau hier setzt die Förderinitiative an: Hochschulen sollen ihr Transferprofil strategisch weiterentwickeln, Transferstrukturen optimieren und ihre Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft stärken. Mit 4transfer konnte die TUBAF seit 2023 dafür neue Kompetenzen, Formate und Netzwerke aufbauen und erproben. Der Transfer wurde dabei bewusst weiter gefasst: Nicht allein das Vermitteln vorhandener Forschung steht im Mittelpunkt, sondern der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.

Das neue TUBAF Innovation Center baut sowohl auf diesen Entwicklungen als auch auf den jahrelangen erfolgreichen Forschungs- und Transferaktivitäten der Universität auf. Laut einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt die TUBAF auf rund 24 Patentanmeldungen je 1.000 Studierende und Jahr; der deutschlandweite Hochschuldurchschnitt liegt bei rund zwei Patentanmeldungen. Auch in der Gründungsförderung gehört die TUBAF zu den erfolgreichen kleinen Hochschulen: Im Gründungsradar 2025 erreicht sie bundesweit einen Platz in der Spitzengruppe. Das neue Zentrum soll diese Stärken nun enger verzahnen und Transfer früher in Forschungsprozessen mitdenken. Geleitet wird das Zentrum von den neu ernannten Direktoren Dr. Stephan Meschke (Bereich Transfer und Schutzrechte) und Andre Uhlmann (Bereich Start-ups).

Neue Impulse für den Verbund

Mit dem neuen TUBAF Innovation Center gewinnt auch die weitere Arbeit im 4transfer-Verbund neue Möglichkeiten. Im letzten Projektjahr können die in 4transfer entwickelten Ansätze, Netzwerke und Erfahrungen noch enger mit den neuen Strukturen an der TUBAF verzahnt werden. Gleichzeitig bringt das Zentrum neue Transferfälle, Kontakte und Erfahrungen in die gemeinsame Arbeit ein. Besonders spannend wird dabei die Frage, wie sich erprobte Ansätze aus einem geförderten Transferprojekt dauerhaft in Hochschulstrukturen verankern lassen. Die Erfahrungen aus diesem Übergang wollen wir im Verbund teilen, gemeinsam weiterentwickeln und damit auch über den Standort Freiberg hinaus nutzbar machen.

Dabei bleibt die TUBAF Teil dieses gemeinsamen Lern- und Entwicklungsraums. Erfahrungen, Netzwerke und Ansätze aus 4transfer fließen in die Arbeit des Zentrums ein, und umgekehrt können neue Erfahrungen aus der verstetigten Transferstruktur wieder Impulse in den Verbund geben.
So wird aus einem geförderten Projekt Schritt für Schritt nachhaltige Transferstruktur und aus den Erfahrungen eines Standorts neues Wissen für den gesamten Verbund.