Peer-Beratung im Kontext psychischer Erkrankung in der Jugendhilfe

26.02.2026

Ziel des Projekts ist es, das international bewährte Konzept der Peer-Beratung in die stationäre Jugendhilfe zu übertragen. Junge Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Erkrankung werden qualifiziert, um andere Betroffene auf Augenhöhe zu unterstützen. Ihre persönliche Erfahrung wird dabei nicht als Defizit verstanden, sondern als wertvolle Ressource. Peer-Berater:innen begegnen anderen Jugendlichen empathisch, glaubwürdig und ohne Stigmatisierung – und stärken so Selbstwirksamkeit, Mut und Teilhabe. 

So funktioniert das Projekt 

Das Projekt basiert auf vier ineinandergreifenden Bausteinen: 

  • Qualifizierung von Mentor:innen
    Sozialpädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfeeinrichtungen nehmen an der Weiterbildung „Mentoring im Peer-Projekt – begleiten, empowern, gemeinsam Veränderung gestalten“ teil. Sie begleiten die aktiven Peer-Berater:innen fachlich und persönlich. 
  • Peer-Training
    Junge Menschen mit eigener Krankheitserfahrung werden in Workshops intensiv auf ihre Rolle vorbereitet. Inhalte sind unter anderem Gesprächsführung, Selbstfürsorge, Abgrenzung sowie Grundlagen zu psychischer Gesundheit.
  • Aufbau von Peer-Beratung in Wohngruppen
    In den teilnehmenden Einrichtungen wird Peer-Beratung als neues, niedrigschwelliges Angebot etabliert. Die aktiven Peers werden doppelt begleitet: durch ihreMentor:innen vor Ort sowie durch regelmäßige Peer-Treffen zum Austausch und zur Reflexion. 
  • Wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung
    Das Projekt wird kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, das Modell nachhaltig zu verankern und auf weitere Jugendhilfeeinrichtungen zu übertragen.

Projektverantwortung und Kooperation 

Konzipiert und verantwortet wird das Praxistransferprojekt im Studiengang Soziale Arbeit der Dualen Hochschule Sachsen am Standort Breitenbrunn.
Kooperationspartner sind Jugendhilfeträger aus ganz Sachsen, darunter die Kinderarche Sachsen e.V., der Zwickauer Kinderhausverein e.V., das Kinder- und Jugenddomizil Coswig e.V., das CJD sowie der Caritasverband Leipzig. 

Förderung 

Gefördert wird das Projekt durch die Sächsische Aufbaubank im Rahmen der ESF-Plus-Förderlinie für Modellvorhaben und soziale Innovation. 

Förderzeitraum: 01.01.2026 – 31.12.2027
Fördersumme: 176.493,17 €